Der Standard ______________________________________________
Zeichnung von J.W. Ludlow -
Kupfergimpel Schwarzflügel um 1900
Gimpeltaube
Herkunft:
Vermutlich Dalmatien/Illyrien. Die Kupferschwarzflügel (eng.:
Archangel) wurden in England, die anderen Farbenschläge in Deutschland
durchgezüchtet und weiter verfeinert. Gesamteindruck: Einer kräftigen Feldtaube ähnlich, aber schlanker und eleganter gebaut; lebhaftes Wesen.
Rassemerkmale:
Kopf:
Leicht
gewöIbt, lang und schmal, Stirn ziemlich flach; spitzkappig oder glatt.
Die Spitzkappe soll vom Hinterhals bis zur Spitze einen scharfen Kamm
bilden. Die Federn müssen an beiden Hinterhalsseiten scharf und in
horizontaler Richtung im Nacken zusammenschließen.
Auge:
Orangefarbig; Bei Weißkopf dunkel, bel Weißplatte beidseitig orange farbig oder dunkel.
Schnabel:
Mittellang; hell- bis dunkelhornfarbig bei Schwarzflügeln, fleischfarbig bel Weißfiügeln, dunkelhornforbig bel Blauflügeln.
Hals:
Ziemlich lang und verhältnismäßig dünn. Kehle gut ausgerundet.
Brust:
Mäßig breit und wenig vortretend.
Rücken:
Leicht abfallend.
Flügel:
Mäßig lang, fest geschlossen.
Schwanz:
Geschlossen, in Fortsetzung der Rückenlinie leicht abfallend.
Beine:
Mittellang, unbefiedert. Gut entwickelt, gut anliegend.
Gefieder:
Bei allen Farbenschlägen sind Schmalzkiele anzustreben.
Grobe Fehler (allgemein):
Zu schwacher Körper; zu breite (einer Haube ähnliche), sehr schiefe
oder sehr federarm ausgebildete Spitzkappe. Sehr grobe Zeichnungsfehler
bei Weißschwingigen, Weißplatten und Weißköpfen.
Farbe und Zeichnung: A) Kupfergimpel a) Schwarzflügel:KopfHals,BrustBauch,Schenkel,Seiten
(Flanken) bis einschließlich Keil kupferforbig. Die Farbe soll wie
hochpoliertes Kupfer glänzen, je feuriger, desto besser. Sie muß sich
über die erwähnten Körperteile gleichmäßig erstrecken und darf nicht
matt oder grünglänzend sein, auch nicht ob Bauch. Flügelschilder,
Rücken und obere Schwanzdecke tief schwarz mit käfergrünem Lack,
Außenfahnen der Schwungfedern sowie obere Schwanzfarbe im geschlossenen
Zustand schwarz. Grobe Fehier: Grünglänzende, gelbliche (bronce) oder rußige
Kupferfarbe, blaurote Bauchfarbe, absetzendes Kupfer, schwarze
Schenkel, violetter oder stahlblauer Lacksaum, fehlender Lack auf
Rücken und Decken, zu viel Purpur auf Decken und Rücken, Rost (rot) auf
Decken (bei Täubinnen ist etwas Rost in Bindengegend und Unterrücken
kein grober Fehler). Blauer Schwanz, grauer oder blauer Rücken,
schwarze oder graue Keilfarbe. b) Weißflügel:Kupferfarbe gegenüber dem Schwarzflügel
etwas dunkler. Der Kupferglanz tritt auch nicht so intensiv hervor wie
bei diesem. Rücken, obere Schwanzdecke, Flügel und Schwanz rein
elfenbeinfarbig, ohne oder mit Binden und gehämmert. Die Binden
schmal,durchgehend und von intensiv braunroter Farbe; die Hämmerung
gleichmäßig, farblich entsprechend der Bindenfarbe. Bei den Bindigen
und Gehämmerten müssen die Innenfahnen der Schwungfedern und die
Unterseite der Schwanzfedern mit je einem farbigen Fleck (Spiegel)
versehen sein, der aber nur in ausgebreitetem Zustond von Flügel und
Schwanz sichtbar wird. Die Hohligen brauchen keine Spiegelzeichnung
aufzuweisen, doch ist dies kein Fehler. Grobe Fehler: Grünglanz am Kopf und zu grüner Hals, blaurote
oder grüne Kupferfarbe ob Brust, weiße Schenkel, grauer Rücken (bel
Täubinnen ist etwas grauer oder beigefarbener Rücken kein grober
Fehler), nicht durchgehende oder unscharfe Binden, sehr unreine
Flügelschilder. c) Blauflügel: Kopf, Hals, Brust, Bauch, Schenkel, Seiten
(Flanken) und Keil wie beim Schwarzflügel. Flügel, Rücken, obere
Schwanzdecke und der Schwanz rein blau. Ohne oder mit schwarzen Binden
und gehämmert.; die Binden schmal, durchgehend und intensiv, Hämmerung
gleichmäßig und intensiv schwarz. Schwingenspitzen dunkel auslaufend,
Schwanz mit dunkler Binde. Leicht wolkige Schildfarbe bei Täubinnen ist
zu tolerieren. Grobe Fehler: Grüne Bauch-und Keilfarbe, zu grüner Hals, zu
dunkler Kopf; weißer Rücken, zu blaue Schenkel, blauer Keil, fehlende
Schwanzbinde, Bindenansätze bei hohligen Tieren, nicht durchgehende
oder unscharfe Binden, zu ungleichmäßige Hämmerung. Zeichnungen: Kupferschwarzflügel und Kupferblauflügel mit 6 bis
10 weißen Handschwingen beidseitig (Weißschwingig), jedoch nicht mehr
als zwei weiße Schwingen Unterschied. Farbe wie bel a) bzw. c),
Kupferschwarzflügel und Kupferblauflügel mit weißen Schwingen und
weißer Kopfplatte (Weißplattig). Die Abgrenzung der weißen Kopfplatte
vom Schnabelwinkel durch das Auge bis an die Spitzkappe.
Schwingenzeichnung wie bel Weißschwingig. Farbe wie bei a) bzw. c); an
die Grundfarbe sind keine hohen Forderungen zu stellen.
KupferschwarzfIügel und Kupferblauflügel mit weißen Schwingen und
weißen Kopf (Weißkopf). Die Abgrenzung des weißen Kopfes etwa 1 cm
unter dem Schnabel mit einer Bogenlinie bis an die Spitzkoppe.
Schwingenzeichnung wie bel Weißschwingig. Farbe wie bei a) bzw. b); an
die Grundfarbe sind keine hohen Forderungen zu stellen.
B) Goldgimpel a) Schwarzflügel:Kopf, Hals, Brust, Bauch, Schenkel,
Seiten (Flanken) und Keil goldfarbig (sattes Goldgelb mit hellem
Glanz). Die Farbe muß sich über die genannten Körperteile gleichmäßig
erstrecken und darf nicht matt, grün- oder rotglänzend sein, auch nicht
am Bauch. Flügelschilder, Rücken und obere Schwanzdecke tiefschwarz mit
käfergrünem Lack. Bel Täubinnen wird etwas Rost in der Bindengegend und
Unterrücken toleriert. Außenfahnen der Schwungfedern sowie obere
Schwanzfarbe in geschlossenem Zustond schwarz. Grobe Fehler: Mehliges grün- bzw. rotglänzendes oder absetzendes
Gold, grüne oder rußige Halsfarbe, schwarze Schenkel, violetter oder
stahlblauer Lacksaum, fehlender Lack auf Rücken und Decken, zu viel
Purpur auf Decken und Rücken, Rost (Gold) auf Decken. Blauer Schwanz,
grauer oder blauer Rücken, schwarze oder graue Keilfarbe. b) WeiBflügel:Goldfarbe wie beim Schwarzflügel, jedoch
insgesamt etwas dunkIer, auf keinen Fall heller als diese. Rücken,
obere Schwanzdecke, Flügel und Schwanz rein elfenbeinfarbig, ohne oder
mit Binden. Bei Täubinnen wird etwas grauer oder beigefarbener Rücken
toleriert. Die Binden schmal und durchgehend, von gleicher Farbe wie
Hals, Brust usw.. Bei den Bindigen müssen die Innenfahnen der
Schwungfedern und die Unterseite der Schwanzfedern mit je einem
farbigen Fleck (Spiegel) versehen sein, der ober nur in ausgebreitetem
Zustand von Flügel und Schwanz sichtbar wird. Die Hohligen brauchen
keine Spiegelzeichnung aufzuweisen, doch ist dies kein Fehler. Grobe Fehler: Zu viel Rot- oder Grünglonz, weiße Ohrflecke,
mehliges Gold, grauer Kopf, weiße Schenkel, grauer Rücken oder Keil.
Nicht durchgehende oder unscharfe Binden, sehr unreine Fiügelschilder. c) Blauflügel:Goldfarbe wie beim Schwarzflügel. Rücken,
Schwanz und Flügeldecken rein blau mit einem leichten Stich ins Gelbe.
Je satter blau die Farbe, desto besser. Ohne oder mit schwarzen Binden
oder weißen Binden oder gehämmert, die Binde schmal, durchgehend und
intensiv, die Hämmerung gleichmäßig und intensiv. Schwingenspitzen
dunkel auslaufend, Schwanz mit dunkler Binde. Leicht wolkige
Schildfarbe bei Täubinnen ist zu tolerieren. Weißbindige mit dunklem
Bindensaum, Schwung und Schwanzbinde. Hellblaue mit weißen Binden
möglichst ohne Bindensaum, hellen Schwung und helle Schwanzbinde. Grobe Fehler: Rußige, mehlige, zu rote oder grüne Goldfarbe,
grüner Hals, weißer Rücken, Bindenansatz bei hohligen Tieren, blaue
Schenkel, blauer KeiL fehlende Schwanzbinde, grauer Kopf, sehr unreine
Flügelschilder, graue staft blaue Farbe. Bel Hellblauen zu dunkler
Bindensaum, Schwung und Schwanzbinde. Zeichnungen: Goldschwarzflügel und Goldblauflügel mit 6 bis 10
weißen Handschwingen beidseitig (Weißschwingig), jedoch nicht mehr als
zwei weiße Schwingen Unterschied, Farbe wie bel a) bzw. c).
Goldschwarzfiügel mit weißen Handschwingen und weißer Kopfplatte
(Weißp[attig). Die Abgrenzung der weißen Kopfplatte vom Schnabelwinkel
durch dos Auge bis an die Spitzkappe. Schwingenzeichnung wie bei
weißschwingig. Farbe wie bel a) bzw. c), an die Grundfarbe sind keine
hollen Forderungen zu stellen. Goldschwarzflügel mit weißen
Handschwingen und weißen Kopf (Weißköpfig). Die Abgrenzung des weißen
Kopfes etwa 1 cm unter dem Schnabel mit einer Bogenlinie bis an die
Spitzkappe. Schwingenzeichnung wie bel weißschwingig. Farbe wie bel a)
bzw. c), an die Grundfarbe sind keine hohen Anforderungen zu stellen. Bewertung: Gesamteindruck - Kupfer bzw. Gold - andere Gefiederfarben - Form - Spitzkappe - Augenfarbe -Schnabelforbe. Ringgröße: 7 Richtlinien für Bewertung: Von primärer Bedeutung ist eine
gleichmäßige, glanzreiche Kupfer- bzw. Goldforbe von Kopf bis einschl.
Keil. Ob etwas heller oder dunkler ist nicht wesentlich. Je breiter der
Glanzsaum der Federn, desto wertvoller ist das Tier. Für eine höhere
Bewerfung müssen weiterhin die Teile der Taube, die zuerst ins Auge
fallen, fehlerfrei sein. GroßerWert ist dabei auf den käfergrünen
Lacksaum auf Rücken und Decken zu legen, je breiter desto besser.
Leichte Abweichungen in der Schnabelfarbe schließen von der höchsten
Bewertung nicht aus.