Sommertreffen 2010 in Jonsdorf !
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100Jahrfeier des SV der Gimpeltaubenzüchter
 
            vom 11. bis 13. Juni in Jonsdorf !

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Nun wissen wir wo Jonsdorf liegt!
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Jonsdorf ist der Ort wo wir das 100jährige Bestehen des Sondervereins der Gimpeltaubenzüchter gefeiert haben und alle die dabei waren wissen jetzt wo Jonsdorf liegt. Sie wissen aber auch was in Jonsdorf los war und alle zu Hause gebliebenen haben etwas verpasst. Alle die kamen wurden belohnt eine Ecke, besser einen Zipfel Deutschlands, kennen zu lernen der durchaus als Kleinod zu bezeichnen ist. Das Zittauer Gebirge, geprägt durch Sandsteinfelsen, hat nicht nur seine optischen Reize, auch die Herausforderung einen solchen Felsen zu bezwingen hat seinen Reiz. Selbst unsere Züchterfrauen konnten dem nicht wiederstehen und erklommen den Nonnenfelsen in unmittelbarer Nähe unseres Hotels „Gondelfahrt“.









Natürlich gab es für diese Mühen auch ent- sprechenden Lohn,  in Gipfelnähe wartete ein „Caffè“ um die verbrauchten Kalorien wieder zu ergänzen.

Wie alle Jahre fand auch in Jonsdorf schon am Donnerstag die Vorstandssitzung und am Freitag die erweiterte Vorstandssitzung statt. Das heißt der Vorstand reiste einen Tag eher an und Punkt 14:00 Uhr war dieser auch vor Ort und begann auch gleich, ohne große Vorrede, mit der Arbeit. Eigentlich war für 18:00 Uhr das Abendbrot mit unseren Frauen geplant aber die Arbeit noch nicht erledigt. Nach 18:30 Uhr wurde aber dann Feierabend gemacht und beschlossen den Rest am nächsten Vormittag abzuarbeiten. Bevor am Freitag dann die erweiterte Vorstandssitzung begann, sprich die Obmänner der Arbeitsgruppen hinzu kamen, wurden also noch alle offenen Sachen geklärt. Auch mit den Gruppenobleuten wurde es nicht langweilig, es wurde zum Teil recht heftig diskutiert und trotzdem ein gemeinsamer Nenner gefunden.


Das wichtigste aber was am Freitag passierte war die Anreise der Gäste. Und sie brachten etwas Wunderbares mit – wunderschönes Wetter! Nachdem es das gesamte Frühjahr eher kühl und regnerisch war kam uns der Sonnenschein an diesem Wochenende gerade recht. Somit stand unserem geplanten Grillabend nichts entgegen und wir konnten den lauen Abend wunderschön im Freien genießen. Nach gutem Essen passt dann auch etwas Kultur, bei der man gut verdauen kann. Zu dem schönen Fleckchen Erde in der Oberlausitz gehört ein Menschenschlag der eher als gemütlich, wie eben die Sachsen so sind, einzustufen ist. Dazu gehört auch noch eine eigene Mundart und diese wurde uns auf schöne und lustige Art und Weise vom Traditionsverein Jonsdorf zu Gehör gebracht.













Ein Ohren- schmaus bei dem die 68 anwesenden Züchter und Züchterfrauen auch die Ohren spitzen mussten -


- um alles zu verstehen.

Der Samstag sollte dann der Höhepunkt unseres Treffens zum 100jährigen werden.
Wie kam es eigentlich dazu dass ausgerechnet in Sachsen die 100 Jahrfeier stattfinden sollte?
Die Sachsen hatten sich bereit erklärt das Sommertreffen 2010 auszurichten, mit bedacht. Zum Sommertreffen 2009 in Apfelstedt beschloss die erweiterte Vorstandschaft das die Sachsen die 100 Jahrfeier zum Sommertreffen in Jonsdorf ausrichten sollten, die Sachsen wehrten sich (nicht wirklich).
Wieso? Weil die Sachsen sind Macher und außerdem hat in Sachsen nicht nur Geflügelzucht Tradition, auch nicht nur Taubenzucht Tradition sondern in Sachsen wurde der SV der Gimpeltaubenzüchter gegründet. Schlussendlich und eigentlich auch selbstverständlich fand der SV somit zurück zur Wiege! Weitere Erklärungen können wir uns damit ersparen. 

100 Jahre SV der Gimpeltaubenzüchter, das ist etwas Besonderes und somit zurück zum Samstag, zum besonderen Samstag. Es war längerfristig angekündigt, es wurde auch Werbung dafür betrieben und der SV kann sich freuen dass diese Veranstaltung, dieses Wochenende, von den Gimpeltaubenliebhabern so gut angenommen wurde.
Wir hatten den Samstagvormittag einmal anders geplant als üblich. Als erstes mussten unsere Frauen auf ihre Männer verzichten und wir auf sie.

Unsere Frauen wurden mit dem „Oybin-Express“ am Hotel abgeholt und erkundeten das Zittauer Gebirge. Da Frauen doch gelegentlich eher mal frösteln haben wir gedacht wir sorgen erst einmal für wohlige Wärme. Schönes Wetter war zwar schon aber als unsere Frauen das Schmetterlingshaus besuchten wurde ihnen richtig warm.

Ich glaube nicht dass es am Anblick der kleineren und größeren bunten Flattertiere lag, die sie umflogen, sondern eher an den tropischen Temperuren die diese Tiere benötigen um sich wohl zu fühlen. Wieder im „Oybin-Express“ ging es weiter bergauf und bergab, durch Orte und an Sehenswürdigkeiten vorbei die erklärt und umfassend vom Fahrer beschrieben wurden. Dann ging es noch einmal richtig bergauf, das erklärte Ziel war in Hain die „Kammbaude“ wo wir uns alle zum Mittagessen treffen wollten.


Doch die Männer wollten diesmal nicht Land und Leute kennenlernen, sie hatten anderes vor, bzw. waren sie zu etwas anderem eingeladen.
Wie wäre es denn mal mit Schulbank drücken? Schule der besonderen Art.
Freiwillig und mit Dozenten erster Güte wenn es um unsere Gimpeltauben schlechthin geht. Genetik, Geschichten und Geschichte!
In selbiger Reihenfolge vorgetragen von niemand geringerem als Prof. Axel Sell, Prof. Joachim Schille und unserem Heinrich Schröder.
Fangen wir mit der Genetik an, ein Thema wo sich bei der Gimpeltaube erst in jüngerer Zeit jemand in Deutschland herantraut. Hinlänglich bekannt ist das Herr Prof. Sell sich unseren Tauben angenommen hat und auch schon verschieden Abhandlungen darüber verfasst hat. Nachzulesen sind diese vorwiegend auf seiner Homepage. Eine Stunde geballtes Wissen so wunderbar erklärt das auch wir dies nicht nur erfassen konnten sondern es uns auch noch an praktischen Beispielen erklärt und somit nachvollziehbar wurde.



Herr Prof. Sell stellte uns seine Präsentation, um nachzulesen, zur Verfügung. Die Nachfrage war riesig und sie ist im „Archiv“ und hier auf unserer Homepage zu finden

Hier für Interessenten die Präsentation von Herrn Prof. Sell als PDF - Datei.
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Ebenso lehrreich weil komplett neu für uns waren die Ausführungen von Herrn Prof. Schille. Er schilderte uns sehr ausführlich seine persönlichen Beziehungen zu den Gimpeltaubengrößen im Osten Deutschlands Kirchner und  Eisenschmidt und weniger intensiv zu Sicker und Giesecke.
Etwas ganz Neues erfuhren wir aus Übersetzungen aus dem Russischen zu unseren Gimpeltauben. Als Prof. Schille, aus schon sehr frühen Büchern, über die Herkunft der Gimpeltaube zitierte und immer wieder der Ort Archangelsk Erwähnung fand hatte man schon fast den Eindruck das jeden Moment der endgültige Beleg der Herkunft uns zu Ohren kommt. Das hätte ja bedeutet dass alles bisher Bekannte zum Ursprung unserer Gimpeltaube auf den Kopf gestellt würde.
Bis in die jüngere Zeit wurde in Russland, bzw. in der Sowjetunion, der Ort Archangelsk als Entstehungsort genannt und die Gimpeltaube als alte ursprünglich russische Rasse betrachtet. Nur im allerneuesten russischen Taubenbuch wird die Gimpeltaube überhaupt nicht mehr genannt.
Betrachtet man noch die geografische Lage von Archangelsk ist es eher unwahrscheinlich dass dort schon vom Klima her überhaupt Taubenzucht betrieben werden kann. Also doch eher ein Wortspiel mit dem im englischen bezeichneten Archangel (Erzengel) für die Gimpeltaube im Farbenschlag Kupfer Schwarzflügel.

Aber aus dem Munde von Prof. Schille eine sehr interessante und spannende Geschichte.


Es hat lange gedauert bis wir überhaupt davon erfuhren dass es in Museen Gimpeltauben gibt.
Zu verdanken haben wir dies  unserem Zuchtfreund Heinrich Schröder. Er hatte ja schon im vergangenen Jahr einen Versuch gestartet alte Gimpeltaubenbälge aus dem Naturhistorischen Museum Wien nach Speyer zum VDT-Meeting zu holen. Dort Wollte dann Herr Hofrat Dr. Bauernfeind vom NHW auch einen Vortrag  zu Geschichte, Aufbewahrung von alten Kulturgütern und Nutzung von Erkenntnissen in der Neuzeit halten. Leider viel dies aus Gründen eines Unwetters in Österreich ins Wasser.
Heinrich Schröder ließ aber nicht locker  und eine 100 Jahrfeier ist auch ein guter Zeitpunkt um alte Gimpeltauben zu zeigen. Nachweislich und eindeutig erkennbar als solche sind sie sogar doppelt so alt wie der SV.
Sie stammen aus den Volieren von Kaiser Franz dem I. von Österreich und wurden in den Jahren 1810 und 1817 im Museum abgegeben. Diese Tauben fanden unter doch erheblichen Aufwand den Weg zu uns nach Jonsdorf und wurden auch mit großem Interesse in Augenschein genommen.
Da auch diesmal Dr. Bauernfeind leider nicht anwesend war übernahm Heinrich Schröder die Erläuterungen zum Thema in Form einer Präsentation.
Alte Gimpeltauben gibt es aber auch in gar nicht allzu weiter Ferne, schon in Dresden, Braunschweig und Oldenburg sind alte Gimpeltauben zu finden. Dies fand Heinrich Schröder bei seinen Recherchen zu unserer Chronik heraus, aber die ältesten sind tatsächlich in Wien zu finden.


Lernen macht hungrig und außerdem wollten wir ja auch unsere Frauen wieder sehen. Christian Kretschmer bestellte uns den Oybin-Express und wir fuhren ebenfalls, wie schon unsere Frauen, zur Kammbaude um gemeinsam das Mittagessen einzunehmen. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung und wurde in unterschiedlicher Weise gestaltet. Vom Eisbecher über wandern bis hin zur Entspannung und Vorbereitung auf den Festabend konnte ein jeder nach seinem Belieben die Zeit verbringen.

Zum Züchterabend war für 19:30 Uhr eingeladen und genau 70 Züchter und Züchterfrauen folgten der Einladung. Unser Festabend war also gut besucht und konnte beginnen.
Ein Festabend zum 100jährigen Bestehen geht natürlich nicht ohne eine Eröffnungsrede. So sollte es auch bei uns sein und unser Vorsitzender Volker Kraft ließ es sich auch nicht nehmen Worte zum Verein der Vergangenheit, zum Verein der Gegenwart und zum Verein der Zukunft zu finden.

Eine 100jahrfeier, bzw. ein Verein der 100 Jahre besteht, dem gebührt natürlich eine Laudatio.

Wer hält nun eine Laudatio zu einem 100. Geburtstag? Langjährige Verbundenheit zur Gimpeltaube und dem SV, Erfahrung in der Zucht und Kenntnisse zur Geschichte des SV sollten schon vorhanden sein um aussagekräftige Worte zu finden das Wirken und Sein des 100järigen gebürtig zu würdigen. Mir fielen spontan gleich zwei unserer SV-Mitglieder ein und beide sagten auch spontan zu dies zu übernehmen.













Heinrich Schröder und Klaus Gebhard die schon im Vorfeld der Feier gemeinsame Arbeiten mit Bravour getätigt haben teilten sich auch in die Laudatio.

Erstgenannter mit einem geschichtlichen Abriss und der Zweite nahm sich der Entwicklung der Gimpeltaube über 100 Jahre an.

100-Jahrfeier SV der Gimpeltaubenzüchter von 1910 – es gibt wahrscheinlich keinen besseren Anlass an so einem festlichen Abend auch verdiente Mitglieder des SV zu ehren. So sollte es auch sein und Volker Kraft schritt zur Tat und ernannte fünf Züchter zum „Ehrenmitglied des SV der Gimpeltaubenzüchter“.
Ehrenmitglied wurden die Zuchtfreunde: Roland Gerth, Erich Dzwonkowski und Heinz Lochmann. Leider konnten diese drei Züchter auf Grund ihres Alters, bzw. aus gesundheitlichen Gründen, nicht anwesend sein.


Aber zwei weitere Züchter waren zur Feier erschienen und Volker Kraft konnte unseren 2. Vorsitzenden des SV Zuchtfreund Klaus Letzerich und unseren Sonderrichter Peter Rehde die Ehrenmitgliedschaft überreichen und ihnen dazu auch gratulieren.
Den fünf neuen Ehrenmitgliedern des SV auch von uns allen die herzlichsten Glückwunsche, Gesundheit und vor allem noch recht viel Freude mit ihren Gimpeltauben.
Nachdem die offiziellen Sachen des Abends abgearbeitet waren folgte nun der gemütliche Teil mit Tanz und Unterhaltung und vor allem wurde sich angeregt unterhalten. Über vergangenes und aktuelles genauso wie etwa das was eventuell in Zukunft sein wird.

Schön ist es dass wir an diesem Wochenende mit insgesamt 76 Gästen schöne Stunden verbrachten und es auch allen in Sachsen zum 100. Geburtstag gefallen hat. Für die Zukunft bleibt zu hoffen dass es den SV der Gimpeltaubenzüchter auch die nächsten 100 Jahre noch geben wird und es engagierte Züchter gibt die sich unserer schönen Gimpeltaube annehmen.
Nachweislich gibt es ja schon seit mindestens 200 Jahren Gimpeltauben, gezeigt im Naturhistorischen Museum Wien, und erst jetzt schaffen es Züchter und Wissenschaftler einige Erkenntnisse zur Genetik der Gimpeltaube zu erklären. Beste Grundlagen wo uns für mindestens weitere 200 Jahre um die Gimpeltaube nicht bange sein muss.
Am Sonntag fand man sich dann wieder beim gemeinsamen und ausgiebigen Frühstück. Verständlicherweise traten diejenigen die noch viele Kilometer vor sich hatten, z.B. unsere belgischen Zuchtfreunde oder auch die an der Nordsee zu Hause sind, recht bald die Heimreise an. Andere ließen sich etwas mehr Zeit und ein paar blieben sogar noch einen Tag länger um noch einige Stunden zu entspannen.
Auch ich, der die gesamten Tage in die Organisation eingebunden war, gönnte mir mit meiner Frau noch ein paar Schritte durch Wald und Flur bis… bis wieder einmal das geliebte Telefon klingelte.

jw
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Ein ganz großes Dankeschön gebührt Christian Kretschmer und seiner Frau Regina für die Ausrichtung unseres wunderschönen Sommertreffens. Uneigennützig und mit viel Engagement sorgten sie dafür das es uns in allen Belangen an nichts fehlte. Wir fühlten uns sehr, sehr wohl in Jonsdorf und möchten noch einmal ganz groß DANKE sagen.













Und wir waren alle dabei !
 

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